Sportfreunde fegen Bochum aus dem Leimbachstadion

Schiedsrichter: Patrick HolzLinienrichter: Dr. Marcel Benkhoff, Dominic Tillmann
Zuschauer: 2.194
5:0! SFS-Halloween-Gala endet in finsterem Nachmittag für die Gäste
Spielbericht vom 31. Oktober 2026
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Mit einer furiosen Vorstellung setzen die Sportfreunde Siegen ihre Erfolgsserie eindrucksvoll fort und fertigen das Bochumer Talentwerk am Samstagnachmittag (31.10.) mit 5:0 (3:0) ab. Vor 2.194 Zuschauern präsentiert sich die Leimbachelf über weite Strecken in nahezu allen Belangen überlegen, kombiniert sich mit reichlich Spielfreude durch die gegnerischen Reihen und hätte bei konsequenterer Chancenverwertung sogar noch deutlicher gewinnen können.
Cheftrainer Volkan Uluç hatte nach den überzeugenden Auftritten der vergangenen Wochen keinen Anlass für personelle Experimente gesehen und schickte erneut seine bewährte Anfangsformation ins Rennen. Die Krönchenkicker benötigten entsprechend kaum Anlaufzeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Früh attackierten sie die Bochumer Hintermannschaft, stellten geschickt die Passwege zu und suchten nach Ballgewinnen den direkten Weg in die Spitze. Dass den Gästen ein ausgesprochen unangenehmer Nachmittag bevorstand, deutete sich bereits früh in der Partie an.
Für den ersten echten Paukenschlag sorgte Serhat-Semih Güler – und wie! Der Angreifer erkannte, dass VfL-Schlussmann Bußmann weit vor seinem Gehäuse postiert war, nahm kurz hinter der Mittellinie Maß und beförderte die Kugel mit einem ebenso gefühlvollen wie sehenswerten Heber aus großer Distanz in die linke Ecke (5.). Ein Traumtor als Dosenöffner, das den SFS-Offensivexpress weiter auf Touren brachte. Beinahe hätte Elias Huth nur zwei Zeigerumdrehungen später nachgelegt: Rikuhei Nabesaka hielt den Ball im Rutschen stark im Spiel und servierte eine präzise Flanke, Huths Kopfball entschärfte Bußmann jedoch mit einem glänzenden Reflex auf der Linie (7.).
Die Sportfreunde blieben am Drücker, schnürten die Gäste phasenweise tief in deren Hälfte ein und ließen das Leder mit hoher Geschwindigkeit durch die eigenen Reihen laufen. Bochum versuchte zwischenzeitlich, mit längeren Ballbesitzphasen Ruhe in die Begegnung zu bringen, fand gegen das aggressive Siegener Anlaufen aber kaum Lösungen. Nach einer Freistoßflanke und der anschließenden Faustabwehr von Marcel Johnen verbuchte der VfL seinen ersten Abschluss, der allerdings deutlich am Kasten vorbeiging (18.).
Furioses Powerplay
Auf der Gegenseite klingelte es wenig später erneut. Nach einem Freistoß von Dennis Brock, den Tim Arnold in die Gefahrenzone brachte, konnte Bußmann zunächst klären. Gülers anschließender Versuch blieb in der vielbeinigen Abwehr hängen, ehe Elsamed Ramaj die Kugel vor die Füße bekam und ohne zu zögern ins rechte Eck jagte (24.). Damit nicht genug, war das hochverdiente 2:0 zugleich der Startschuss für eine regelrechte Siegener Angriffswelle. Im Minutentakt rollten nun die Offensivaktionen auf das Bochumer Gehäuse zu; Hamza Saghiri verfehlte zunächst knapp das Ziel (27.), ehe sich Bußmann gleich mehrfach als letzter verbliebener Rettungsanker seiner Mannschaft auszeichnete. Erst vereitelte der Schlussmann eine Doppelchance von Güler (29.), anschließend parierte er einen strammen Abschluss Saghiris und unmittelbar darauf einen weiteren Versuch des Siegener Torjägers mit zwei sehenswerten Flugeinlagen (30.). Die Uluç-Elf spielte sich regelrecht in einen Rausch, kombinierte temporeich, setzte konsequent nach und ließ dem VfL kaum Gelegenheit zum Durchatmen.
Dass der Rückstand nicht längst deutlich höher ausfiel, hatten die Gäste einzig ihrem glänzend aufgelegten Keeper zu verdanken. Nach einer maßgenauen Hereingabe von Ramaj stieg Huth am höchsten und köpfte das Spielgerät in Richtung rechter Winkel. Bußmann machte sich ganz lang und kratzte den Ball mit einer spektakulären Parade aus dem Giebel (35.). Erst kurz vor dem Seitenwechsel konnten sich die Bochumer etwas aus der Umklammerung befreien, nach einer zu verspielten Kombination im Siegener Strafraum zwang ein Abschluss Marcel Johnen zu einer starken Parade (43.). Wenig später lag das Leder zwar erstmals im Sportfreunde-Netz, der Unparteiische Patrick Holz hatte zuvor jedoch ein Stürmerfoul erkannt (45.). Statt eines möglichen Anschlusstreffers setzte die Leimbachelf unmittelbar vor dem Pausenpfiff selbst noch einen drauf: Über mehrere Stationen wanderte der Ball geduldig auf die linke Seite zu Ramaj, der den mitgelaufenen Huth mustergültig bediente. Der Angreifer vollendete gegen die Laufrichtung des Keepers zum 3:0 (45.+2) und setzte damit den Schlusspunkt unter eine begeisternde erste Halbzeit.
VfL geordneter - SFS findet die Lücken
Auch nach dem Seitenwechsel kannten die Krönchenkicker zunächst nur eine Richtung. Mit unverändert hohem Tempo und sichtbarer Lust am Offensivspiel beschäftigten sie die Bochumer Defensive, mussten allerdings auch zweimal auf ihren eigenen Schlussmann vertrauen. Zunächst fischte Johnen einen verdeckten Abschluss von Günes aus der rechten Ecke (50.), wenig später lenkte er eine gefährliche Hereingabe von rechts, die sich zunehmend zum Torschuss entwickelte, mit einer starken Reaktion über die Latte (53.). Der Keeper war auf dem Posten, wenn er gebraucht wurde, und hielt die Null fest.
Mit zunehmender Spieldauer gelang es den Gästen zwar, die Räume etwas besser zu schließen und die Angriffswucht der Sportfreunde vorübergehend einzudämmen. An den Kräfteverhältnissen änderte das jedoch wenig. Spätestens in der Schlussphase schalteten die Krönchenkicker wieder einen Gang höher – und bestraften die Bochumer Hintermannschaft mit zwei weiteren Treffern. Den Anfang machte Konstantin Gerhardt, der von einem überragenden Zuspiel Brocks profitierte. Mit perfektem Timing startete der Mittelfeldmann in die Tiefe, nahm den genialen Pass auf und schob das Leder überlegt links unten ins Netz (70.). Unmittelbar darauf brachte Uluç mit Glody Ngyombo und Kevin Goden zwei frische Kräfte für Saghiri und Ramaj (71.).
Mit dem Fanbus zum Gastspiel in Köln
Die Sportfreunde waren aber noch nicht satt: Nachdem Bußmann einen Abschluss Gülers mit einer weiteren Glanztat aus dem rechten Eck gefischt hatte (72.), war der Bochumer Schlussmann nur Sekunden später machtlos. Einen Abpraller drückte Brock aus kurzer Distanz über die Linie und belohnte sich nach seiner sehenswerten Torvorlage nun auch selbst mit einem Treffer (73.). Kurz darauf machte Ngyombo mit einem spektakulären Solo auf sich aufmerksam, bei dem er gleich mehrere Gegenspieler technisch versiert aussteigen ließ. Erst unmittelbar vor dem Fünfmeterraum fand sein sehenswerter Vorstoß ein Ende (82.). Wenig später machten Brock und Güler für Arif Güclü und Leon Pursian Platz und holten sich ihren verdienten Applaus ab (83.). Gerhardt hätte das Ergebnis beinahe weiter in die Höhe geschraubt, verfehlte das Ziel jedoch knapp (88.). Die letzte Gelegenheit zum halben Dutzend vergab schließlich Tom Gutsch, der nach einer Ecke aus kürzester Entfernung über den Querbalken zielte (90.).
So bleibt es bei fünf tollen Siegener Treffern - zusammen mit Oberhausen hat SFS nunmehr mit 36 erzielten Toren die treffsicherste Offensive der Liga -, einer weißen Weste und einem rundum gelungenen Fußballnachmittag im Leimbachstadion. Mit enormer Spielfreude, hoher Intensität und sehenswerten Kombinationen untermauern die Sportfreunde ihre derzeitige Formstärke und setzen ihren erfolgreichen Lauf fort. Der 16. Spieltag führt die Uluç-Elf am kommenden Sonntag (08.11., Anstoß 14:00 Uhr) in die Domstadt zum Nachwuchs des 1. FC Köln. Hierfür setzen die Sportfreunde wieder den beliebten Fanbus ein.























































